Drei Sätze höre ich fast in jeder zweiten BU-Beratung: „Ich bin doch nicht 37 Jahre lang berufsunfähig.“ „Dann spare ich das Geld lieber selbst.“ Und: „Was soll mir schon passieren, dass ich komplett flach liege?“ Alle drei klingen vernünftig. Alle drei sind Denkfehler.
Mythos 1: „Ich bin doch nicht 37 Jahre lang berufsunfähig“
Nimm an, du bist 30. Bis zur Rente mit 67 sind es 37 Jahre. Viele stellen sich dann vor, sie müssten 37 Jahre lang so kaputt sein, dass gar nichts mehr geht. Das erscheint unwahrscheinlich. Also erscheint auch die Versicherung unnötig.
Der Denkfehler steckt in der Vorstellung. Wer berufsunfähig wird, ist das aus meiner Erfahrung meist zwei, drei oder vier Jahre. Danach gelingt es den allermeisten, wieder so gesund zu werden, dass sie in ihren Beruf zurückkehren. Oder in einen anderen, der dann vielleicht besser passt. Niemand liegt gern 30 Jahre auf dem Sofa. Die Menschen wollen arbeiten, etwas tun und ihr eigenes Geld verdienen.
Damit das klar ist: Die BU zahlt im Zweifel die gesamte Laufzeit, also bis zum Renteneintritt. Das ist der Extremfall, und den gibt es. Der Normalfall ist aber ein Ausfall über einige Jahre. Genau dafür ist die BU da: Sie ersetzt das Einkommen, das du in dieser Zeit nicht verdienen kannst. Denk also nicht „37 Jahre“, denk „ein paar Jahre ohne Gehalt“. Das ist die realistische Frage.
Mythos 2: „Ich spare den Beitrag lieber selbst“
Die Idee: Statt 60 € im Monat an einen Versicherer zu zahlen, legst du die 60 € auf ein Sparkonto oder ins Depot. Das klingt nach Kontrolle. Es rechnet sich aber nicht, und das liegt am Charakter einer Versicherung.
Beispiel: Du bist 30 und zahlst 60 € im Monat, also 720 € im Jahr. Nach fünf Jahren wirst du berufsunfähig. Auf dem Sparkonto liegen dann 3.600 €. Rechnen wir großzügig eine Verzinsung dazu, sagen wir 5.000 €. Davon lebst du zwei bis drei Monate.
Die BU zahlt dir für denselben Beitrag 1.500 oder 2.000 € im Monat. Jeden Monat, so lange du berufsunfähig bist, im Zweifel bis 67. Und bei guten Tarifen reicht dafür ein einziger gezahlter Monatsbeitrag. Der Sparplan verliert diesen Vergleich in fast jedem Szenario.
Der Grund ist das Versicherungskollektiv. Alle Kunden in einem Tarif zahlen ein. Dadurch kann der Einzelne im Leistungsfall eine hohe Summe über einen sehr langen Zeitraum bekommen. Das schafft kein Sparplan.
Mythos 3: „Ich muss zu 100 % ausfallen, damit die BU zahlt“
Berufsunfähigkeit wird in einem Grad ausgedrückt, von 0 bis 100 %. Viele glauben, sie müssten bei 100 % liegen, um überhaupt Geld zu sehen. Also völlig flach liegen. In guten Verträgen ist das falsch.
Entscheidend sind die Versicherungsbedingungen. In guten Bedingungen steht: Ab einem Berufsunfähigkeitsgrad von 50 % gibt es die volle Leistung. Hast du 2.000 € Rente versichert, bekommst du 2.000 €, wenn dein Arzt oder deine Ärztin bestätigt, dass du zu 50 % berufsunfähig bist. Nicht die Hälfte. Die volle Rente.
Die zweite Voraussetzung: Dieser Zustand muss voraussichtlich sechs Monate andauern. Das sind die beiden Bedingungen, mehr nicht. Ich schaue bei jedem Vergleich genau auf diese Punkte und sortiere Tarife mit schlechteren Bedingungen aus. Die bekommen meine Kunden nicht.
Eine andere Denkweise: die Auszeit, die du dir leisten kannst
Das ist kein Mythos, eher ein Gedanke, den ich dir mitgeben will. Mit einer teilweisen Berufsunfähigkeit kannst du dich weiter zur Arbeit quälen. Das geht. Viele machen das auch.
Ehrlich gesagt kann ich dir in einer Beratung nicht vermitteln, wie sich eine Berufsunfähigkeit im Körper anfühlt. Aber ich kann dir die Frage stellen: Wäre es nicht klüger, sich zwei oder drei Jahre aus dem Beruf zurückzuziehen, weil die BU-Rente das möglich macht? Sich auf die Gesundheit zu konzentrieren, auf den eigenen Körper und die Genesung. Und dann wieder in den Job zu gehen, wenn es medizinisch und psychologisch passt.
Das ist ein großer Luxus. Genau den kauft man sich mit einer guten BU: die Freiheit, gesund zu werden, ohne dass das Geld ausgeht.
Was ich dir rate
Wenn du einen dieser drei Sätze selbst schon gedacht hast, rechne noch einmal neu. Mein kostenloser BU-Check sagt dir in zwei Minuten, ob die BU für dich sinnvoll ist. Oder wir gehen es gemeinsam durch: kostenlose Beratung buchen. Ich zeige dir, welche Tarife die 50-%-Regel und den Sechs-Monats-Zeitraum sauber in den Bedingungen haben.
Häufige Fragen
Wie lange ist man typischerweise berufsunfähig?
Aus meiner Beratungspraxis: meist zwei bis vier Jahre, nicht bis zur Rente. Die meisten werden wieder so gesund, dass sie in ihren oder einen anderen Beruf zurückkehren. Die BU zahlt trotzdem im Zweifel bis zum Endalter, also bis 67.
Kann ich den BU-Beitrag nicht einfach selbst sparen?
Das geht nicht auf. 60 € im Monat ergeben nach fünf Jahren 3.600 €, mit Zinsen vielleicht 5.000 €. Davon lebst du zwei bis drei Monate. Die BU zahlt für denselben Beitrag 1.500 bis 2.000 € monatlich, im Zweifel bis 67, und das schon nach dem ersten gezahlten Beitrag.
Muss ich zu 100 % berufsunfähig sein, um Geld zu bekommen?
Nein. In guten Bedingungen reicht ein Berufsunfähigkeitsgrad von 50 %, der voraussichtlich sechs Monate andauert. Dann bekommst du die volle versicherte Rente, nicht die Hälfte.
Kann ich mit einer Berufsunfähigkeit weiterarbeiten?
Ja, das kannst du. Klüger ist oft, sich mit der BU-Rente im Rücken zwei oder drei Jahre auf die Genesung zu konzentrieren und dann gesund zurückzukehren, wenn es medizinisch und psychologisch passt.
Die Beispielrechnung ist vereinfacht und dient der Veranschaulichung. Beiträge und Rentenhöhen hängen von Beruf, Alter, Gesundheit und Tarif ab. Die Dauer von Berufsunfähigkeit ist eine Erfahrung aus meiner Beratungspraxis, keine Statistik. Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Beratung.
