Basisrente / Rürup-Rente
Steuern sparen bei der Altersvorsorge — die Basisrente (Rürup) ist die ideale Vorsorgeform für Selbstständige und gut verdienende Angestellte ohne Riester-Anspruch.
Die Basisrente — meist Rürup-Rente genannt — ist die 1. Schicht der Altersvorsorge und damit das private Gegenstück zur gesetzlichen Rente. Sie wurde ursprünglich vor allem für Selbstständige geschaffen, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Ihr Kern: Du zahlst Beiträge ein, die du direkt von der Steuer absetzen kannst, und bekommst dafür später eine lebenslange Rente, die erst im Alter — meist zu einem niedrigeren Satz — versteuert wird.
Abschließen darf die Rürup-Rente grundsätzlich jeder. Richtig stark ist sie aber vor allem für Selbstständige und gut verdienende Angestellte mit hohem Steuersatz. Dafür ist sie sehr unflexibel — und genau das solltest du vor dem Abschluss verstehen.
Auf einen Blick
- Die Rürup-Rente ist die 1. Schicht der Altersvorsorge — das Pendant zur gesetzlichen Rente.
- Sinnvoll vor allem für Selbstständige und gut verdienende Angestellte mit hohem Steuersatz.
- Größter Vorteil: hohe steuerliche Absetzbarkeit — 2026 bis zu 30.826 € (Ledige) voll absetzbar.
- Du kannst kostengünstig in ETFs investieren — ohne Garantie sind 100 % ETF möglich.
- Größter Haken: nur lebenslange Rente, keine Kapitalauszahlung, kein vorzeitiges Herankommen.
- Nicht kündbar, nicht beleihbar, nicht vererbbar (außer mit Zusatzbaustein) — du legst dich langfristig fest.
Wie die Rürup-Rente funktioniert
Das Prinzip ist die nachgelagerte Besteuerung: In der Ansparphase senken deine Beiträge dein zu versteuerndes Einkommen — du sparst also heute Steuern, oft zum hohen Grenzsteuersatz. Versteuert wird erst die Rente im Alter, meist zu einem niedrigeren Satz.
Klassisch oder mit ETFs
Wie bei der ETF-Rentenversicherung kannst du auch die Rürup-Rente fondsgebunden gestalten und kostengünstig in ETFs investieren — ohne Beitragsgarantie sind 100 % ETF möglich. Eine klassische Variante mit Garantiezins gibt es ebenfalls, lohnt sich für junge Sparer aber selten.
Nur als lebenslange Rente
Anders als ein ETF-Sparplan zahlt Rürup ausschließlich eine lebenslange Rente — frühestens ab dem 62. Lebensjahr (bei Verträgen vor 2012 ab 60). Eine Kapitalauszahlung ist ausgeschlossen. Das sichert dein Langlebigkeitsrisiko ab: Die Rente fließt, so lange du lebst.
Geschützt vor dir selbst
Das angesparte Kapital ist pfändungsgeschützt und wird in der Ansparphase nicht auf Arbeitslosengeld II angerechnet. Du kommst nicht heran — was unflexibel ist, aber auch davor schützt, die Altersvorsorge zwischendurch aufzulösen.
Die richtige Zielgruppe
Für wen sich die Rürup-Rente lohnt
Abschließen darf sie jeder — wirklich auszahlen tut sie sich für diese Gruppen.
Selbstständige & Freiberufler
Wer nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, hat mit Rürup eine der wenigen steuerlich geförderten Vorsorgeformen — und kann den vollen Beitrag absetzen.
Gut verdienende Angestellte
Ohne Riester-Anspruch und mit hohem Grenzsteuersatz (42 % und mehr) holst du über die Absetzbarkeit am meisten heraus — gerade als Ergänzung zur gesetzlichen Rente.
Ältere mit Einmalbeträgen
Wer wenige Jahre vor der Rente größere Summen einzahlen kann, profitiert sofort und stark vom Steuervorteil — die kurze Laufzeit ist hier kein Nachteil.
Junge mit wenig Steuerlast
Wer früh startet, flexibel bleiben will und (noch) keinen hohen Steuersatz hat, fährt mit einem ETF-Sparplan oder einer ETF-Rente oft besser. Rürup ist dann zu starr.
Ehrlich gegenübergestellt
Vorteile und Nachteile
+ Dafür spricht
- Hohe Steuerersparnis in der Ansparphase — oft zum Spitzensteuersatz.
- Lebenslange Rente — sichert dein Langlebigkeitsrisiko ab.
- Auch mit ETFs renditestark gestaltbar.
- Pfändungsgeschützt und Hartz-IV-sicher in der Ansparphase.
- Beiträge flexibel — Zuzahlungen und Pausen möglich.
− Dagegen spricht
- Keine Kapitalauszahlung — ausschließlich Verrentung.
- Nicht kündbar, nicht beleihbar, nicht übertragbar.
- Nicht vererbbar — nur mit (kostenpflichtigem) Zusatzbaustein.
- Rente wird im Alter versteuert (nachgelagert).
- Bei schlechten Tarifen fressen hohe Kosten den Vorteil auf.
Das Herzstück
Der Steuervorteil in Zahlen
2026 sind Beiträge bis 30.826 € (Ledige) bzw. 61.652 € (Verheiratete) zu 100 % als Sonderausgaben absetzbar. Wichtig: Bei Angestellten zählen die Beiträge zur gesetzlichen Rente — inklusive Arbeitgeberanteil — auf diesen Höchstbetrag an.
Selbstständig
kein Arbeitgeberanteil
absetzbar: 12.000 €
Angestellt
GRV wird mit angerechnet
absetzbar: 13.500 €
Über der Grenze
zu viel eingezahlt
absetzbar: 23.326 €
Steuern in der Rentenphase
Den Steuervorteil von heute „bezahlst" du später teilweise zurück: Die Rürup-Rente wird im Alter nachgelagert versteuert. Wie viel davon steuerpflichtig ist, hängt vom Jahr deines Rentenbeginns ab — dem sogenannten Kohortenprinzip.
Der steuerpflichtige Anteil steigt jedes Jahr um 0,5 Prozentpunkte. Wer 2026 in Rente geht, versteuert rund 84 % der Rente; ab dem Jahrgang 2058 sind es 100 %. Dieser Anteil wird dann mit deinem persönlichen Steuersatz belastet — der im Ruhestand meist deutlich niedriger ist als im Berufsleben. Genau daraus entsteht der Netto-Vorteil.
Falls dir etwas zustößt
Hinterbliebenenschutz
Standardmäßig ist die Rürup-Rente nicht vererbbar — stirbst du vor Rentenbeginn, ist das Kapital weg. Mit diesen Bausteinen schützt du deine Familie (begünstigt sind nur Ehe-/Lebenspartner und kindergeldberechtigte Kinder):
Beitragsrückgewähr
Stirbst du vor Rentenbeginn, bekommen deine Hinterbliebenen das angesparte Guthaben ausgezahlt — statt dass es verfällt.
Hinterbliebenenrente
Deine Partnerin oder dein Partner erhält nach deinem Tod eine lebenslange Rente weitergezahlt.
Rentengarantiezeit
Verstirbst du kurz nach Rentenbeginn, läuft die Rente für eine vereinbarte Zeit an die Hinterbliebenen weiter.
Jeder dieser Bausteine kostet Rendite — wir bauen nur ein, was zu deiner Familiensituation wirklich passt.
Woran du eine gute Rürup-Rente erkennst
Der Steuervorteil nützt dir nichts, wenn ihn hohe Kosten oder ein schwacher Rentenfaktor wieder auffressen. Auf diese Punkte schaue ich für dich:
- Hoher, 100 % garantierter Rentenfaktor ohne Treuhänderklausel
- Besserstellung des Rentenfaktors
- Niedrige Effektivkosten
- Kostenloses Switchen & Shiften der ETFs
- Große Auswahl relevanter ETFs
- Flexible Beiträge & Zuzahlungen
- Beitragsdynamik gegen die Inflation
- Zertifizierter, finanzstarker Versicherer
Wie ich dich begleite
Ich rechne dir zuerst aus, welcher Beitrag für dich steuerlich überhaupt optimal ist — und ob Rürup gegenüber ETF-Rente, Riester oder einem reinen Sparplan für deine Situation der richtige Weg ist. Dann vergleiche ich die Tarife nach Kosten, Rentenfaktor und Bedingungen — von der klassischen Police bis zur ETF-basierten Rürup-Rente. Hast du schon einen Vertrag? Dann schaue ich beim Renten-Vertrags-Check drauf.
Die Rürup-Rente ist ein Steuer-Kraftpaket — aber eine Einbahnstraße. Wer das versteht und bewusst wählt, holt das Maximum heraus.
Imran SunaoğluHäufige Fragen
Das fragen mich Sparer:innen oft.
Kann ich Geld aus der Rürup-Rente entnehmen?
Nein. Die Basisrente ist bewusst so konzipiert, dass du nicht vorzeitig an das Kapital herankommst. Auch Teilauszahlungen oder eine komplette Kapitalauszahlung zu Rentenbeginn sind nicht möglich — es gibt ausschließlich eine lebenslange Rente.
Ist die Rürup-Rente vererbbar?
Standardmäßig nicht. Du kannst aber proaktiv einen Hinterbliebenenschutz vereinbaren — über Beitragsrückgewähr, eine Hinterbliebenenrente oder eine Rentengarantiezeit. Begünstigt werden dabei nur Ehe-/Lebenspartner und kindergeldberechtigte Kinder.
Werden meine Beiträge automatisch vom Finanzamt anerkannt?
Ja — vorausgesetzt, dein Vertrag hat eine Zertifizierungsnummer. Dann ist der Anbieter vom Bundeszentralamt für Steuern zertifiziert und die Beiträge werden automatisch als Sonderausgaben in der Steuererklärung anerkannt.
Lohnt sich die Rürup-Rente auch für ältere Menschen?
Ja, besonders wenn du kurz vor der Rente stehst und größere Einmalbeträge einzahlen kannst. Dann profitierst du in wenigen Jahren stark von der hohen steuerlichen Absetzbarkeit.
Was passiert bei einer Scheidung?
Im Rahmen des Versorgungsausgleichs werden die während der Ehe erworbenen Anrechte hälftig zwischen den Partnern geteilt — und das ohne steuerliche Nachteile.
Was passiert, wenn ich die Beiträge nicht mehr zahlen kann?
Du kannst die Beitragszahlung jederzeit vorübergehend oder ganz einstellen (Beitragsfreistellung). Dann sinkt die spätere Rente entsprechend. Dein bereits angespartes Kapital bleibt erhalten und ist pfändungsgeschützt.
Sollte ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Rürup kombinieren?
In den allermeisten Fällen nicht. Auch wenn die Kombination gern als Steuerspar-Modell angepriesen wird, macht sie deinen Vertrag unflexibler und verschlechtert die Besteuerung einer möglichen BU-Rente. Besser sind getrennte Verträge — eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung und eine separate Rürup-Rente.
