Private Kranken­versicherung für Beamte

Deine Beihilfe zahlt einen Teil deiner Krankheitskosten. Den Rest sichert ein privater Tarif ab, der genau zu deinem Bemessungssatz passt. Ich zeige dir, wie das System funktioniert und wo die Lücken sitzen.

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Beihilfe und PKV ergeben zusammen 100 Prozent

Als Beamtin oder Beamter bekommst du von deinem Dienstherrn Beihilfe. Sie übernimmt einen festen Prozentsatz deiner beihilfefähigen Kosten. Den verbleibenden Anteil versicherst du privat. Beide Teile ergeben zusammen die vollen Kosten, deshalb heißt der PKV-Teil Restkostentarif.

Anders als Angestellte bekommst du keinen Arbeitgeberzuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung. Bleibst du freiwillig gesetzlich versichert, zahlst du den Beitrag allein und verzichtest auf die Beihilfe für Behandlungskosten. Für die meisten Beamten ist der Restkostentarif deshalb die günstigere Lösung. Rechnen muss man es trotzdem, vor allem bei Teilzeit oder mehreren Kindern.

Die Bemessungssätze

In 14 von 16 Ländern gelten dieselben Sätze. Maßgeblich ist immer die Beihilfestelle deines Dienstherrn, hier die Regel für Nordrhein-Westfalen (Stand 2026).

Beihilfesatz und privat zu versichernder Rest
WerBeihilfeRest über PKV
Aktiv, ohne oder mit einem Kind50 %50 %
Aktiv, ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern70 %30 %
Ehe- oder Lebenspartner unter der Einkommensgrenze70 %30 %
Berücksichtigungsfähige Kinder80 %20 %
Versorgungsempfänger im Ruhestand70 %30 %

Drei Länder weichen ab: Hessen staffelt die Sätze nach Kinderzahl und erhöht sie im Krankenhaus, Sachsen zahlt für Kinder bis zu 90 Prozent, Thüringen im Ruhestand 75 Prozent. Wechselst du das Bundesland, wechselt auch der Rechtskreis. Dann gehört der Tarif auf den Prüfstand.

Aus welchem Bundesland du kommst, spielt für unsere Zusammenarbeit keine Rolle. Ich berate bundesweit und online. Vor dem Gespräch schaue ich in die Beihilfevorschrift deines Dienstherrn und richte die Beratung danach aus. Ob Bundesbeamtin, Landesbeamter in Bayern oder Lehrkraft in Niedersachsen: Die Regeln unterscheiden sich, mein Vorgehen bleibt gleich.

Die Einkommensgrenze für Partner

Dein Ehe- oder Lebenspartner ist nur berücksichtigungsfähig, solange die eigenen Einkünfte unter der Grenze liegen. In Nordrhein-Westfalen sind das 23.861 € für das Jahr 2026, gemessen an den Einkünften aus 2025. Wird die Grenze überschritten, fällt die Beihilfe für diese Person weg. Der Tarif muss dann auf 100 Prozent umgestellt werden, und das kostet deutlich mehr.

Diese Grenze ändert sich jährlich. Wer knapp darunter oder darüber liegt, sollte das jedes Jahr prüfen. Ich erinnere meine Kundinnen und Kunden daran.

Was ein guter Restkostentarif leisten muss

Der Beitrag ist nur die halbe Frage. Entscheidend ist, ob der Tarif genau dort zahlt, wo die Beihilfe aufhört. Darauf schaue ich:

  • Prozentsatz passend zu deinem Bemessungssatz, mit Umstellungsrecht bei Kindern und im Ruhestand
  • Erstattung über den Höchstsatz der Gebührenordnung hinaus, sonst bleibst du bei teuren Rechnungen sitzen
  • Zahnersatz und Zahnbehandlung mit klaren Prozentsätzen, ohne enge Summenbegrenzung nach den ersten Jahren
  • Heilmittel und Hilfsmittel nach offener Liste, nicht nach abgeschlossenem Katalog
  • Psychotherapie ohne harte Sitzungsgrenze
  • Beihilfeergänzung für die Beträge, die deine Beihilfestelle kürzt oder gar nicht anerkennt
  • Beitragsentlastung im Ruhestand, freiwillig und der Höhe nach wählbar
  • Kein Kündigungsrecht des Versicherers und Tarifwechselrecht nach § 204 VVG, damit du später intern wechseln kannst

Wahlleistungen im Krankenhaus

Chefarztbehandlung und Zweibettzimmer sind in Nordrhein-Westfalen beihilfefähig, aber mit Eigenanteil. Abgezogen werden 15 € pro Tag für die Unterkunft und 10 € pro Tag für die ärztlichen Wahlleistungen (Stand 2026). Andere Länder haben Wahlleistungen gestrichen oder an einen monatlichen Eigenbeitrag gekoppelt. Der Tarif sollte diese Eigenanteile auffangen.

Wo die Beihilfe knapp wird

Beihilfefähig heißt nicht: voll erstattet. Für viele Positionen gelten Höchstbeträge, und die liegen unter den echten Preisen. Beispiele aus Nordrhein-Westfalen, Stand 2026:

  • Brillengestell bis 70 €, Gläser bis 220 € je Glas, in der Regel alle drei Jahre
  • Weiche Kontaktlinsen bis 170 € je Auge alle zwei Jahre, Tageslinsen und Pflegemittel gar nicht
  • Implantate mit einer Pauschale bis 1.000 € je Implantat, begrenzt auf zehn im Leben
  • Heilpraktiker nur nach der Anlage zur Beihilfenverordnung
  • Kieferorthopädie bei Erwachsenen nur in engen Ausnahmen

Genau diese Positionen entscheiden im Alltag darüber, ob du zufrieden bist. Ein Tarif, der hier großzügig erstattet, ist im Zweifel die wenigen Euro Mehrbeitrag wert.

Anwärter, Referendare und Berufsstart

Im Vorbereitungsdienst gilt in der Regel ein Bemessungssatz von 50 Prozent. Für Anwärterinnen und Anwärter bieten die Versicherer eigene Tarife mit stark reduziertem Beitrag. Nach der Ausbildung wechselt der Vertrag in den regulären Tarif, ohne neue Gesundheitsprüfung.

Der Zeitpunkt ist der eigentliche Hebel. Wer jung und gesund abschließt, bekommt den Vertrag ohne Zuschlag und friert diesen Zustand ein. Spätere Diagnosen ändern am Beitrag nichts mehr. Warte deshalb nicht bis zur Verbeamtung auf Lebenszeit.

Referendarinnen und Referendare begleite ich besonders häufig. Aus den Jahren mit Lehrkräften kenne ich die typischen Stolperstellen: der Wechsel vom Anwärtertarif in den regulären Tarif, das zweite Kind und der Sprung auf 70 Prozent, der Umzug in ein anderes Land nach dem Referendariat.

Sechs Monate: die Öffnungsaktion

Wenn du eine Vorerkrankung hast, sichert dir die Öffnungsaktion den Zugang zur PKV. Teilnehmende Versicherer nehmen dich trotz Diagnose auf, der Risikozuschlag ist auf 30 Prozent des Tarifbeitrags begrenzt und Leistungsausschlüsse sind nicht erlaubt. Der Antrag muss innerhalb von sechs Monaten nach der erstmaligen Verbeamtung vorliegen. Die Frist ist hart, sie lässt sich nicht verlängern.

Der Preis dafür: Die Tarifauswahl ist eingeschränkt, Wahlleistungen fehlen meist, und der Zuschlag bleibt dauerhaft. Deshalb gehe ich immer erst den anderen Weg. Ich stelle eine anonyme Risikovoranfrage und prüfe, ob dich ein Versicherer regulär und ohne Zuschlag nimmt. Fällt die Antwort schlecht aus, bleibt die Öffnungsaktion als Weg innerhalb der Frist.

Wie die anonyme Risikovoranfrage abläuft

Pauschale Beihilfe: das Hamburger Modell

Zehn Länder bieten eine Alternative an: Statt individueller Beihilfe zahlt der Dienstherr 50 Prozent des Beitrags zu einer gesetzlichen Krankenversicherung. Dazu gehören Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Stand 2026). Nordrhein-Westfalen hat sie bislang nicht eingeführt.

Die Wahl gilt einmalig und unwiderruflich. Wer sich für die pauschale Beihilfe entscheidet, verzichtet dauerhaft auf die individuelle. Das kann teuer werden, wenn du später den Dienstherrn oder das Land wechselst. Für Beamte mit vielen Kindern oder mit Vorerkrankungen, die keinen guten PKV-Zugang haben, kann sie trotzdem die richtige Wahl sein. Diese Rechnung machen wir gemeinsam, bevor du unterschreibst.

Ruhestand und Beitrag im Alter

Mit dem Ruhestand steigt dein Beihilfesatz in der Regel auf 70 Prozent. Dein Restkostentarif sinkt entsprechend von 50 auf 30 Prozent, der Beitrag fällt deutlich. Diese Umstellung passiert nicht von selbst, du musst sie beim Versicherer beantragen. Ich melde mich bei meinen Kunden rechtzeitig davor.

Zusätzlich kannst du eine Beitragsentlastung vereinbaren. Du zahlst während der Dienstzeit einen Zuschlag und bekommst ab einem festen Alter eine dauerhafte Gutschrift auf den Beitrag. Ob sich das lohnt, hängt von deinem Zinsbild und deiner Steuersituation ab. Wir schauen es uns an, statt es pauschal einzubauen.

Familie und Kinder

Jede Person in der Familie braucht ihren eigenen Restkostentarif, passend zum jeweiligen Satz. Neugeborene nimmt der Versicherer ohne Gesundheitsprüfung auf, wenn ein Elternteil dort seit einer Mindestzeit versichert ist und die Anmeldung fristgerecht erfolgt. Das ist einer der Momente, in denen ein vergessener Brief richtig teuer wird. Melde dich bei mir, sobald der Geburtstermin steht.

So gehen wir vor

Zuerst klären wir dein Dienstverhältnis, deinen Dienstherrn und deinen Bemessungssatz. Dann sammle ich deine Gesundheitshistorie und stelle bei Bedarf anonyme Voranfragen. Danach vergleiche ich frei am Markt und lege dir drei bis vier Tarife nebeneinander, mit den Unterschieden im Klartext. Du entscheidest, ich mache den Antrag fertig und begleite die Beihilfeanträge auch danach.

Alle Zahlen auf dieser Seite gelten für 2026 und für Nordrhein-Westfalen, soweit nicht anders angegeben. Beihilferecht ändert sich jährlich, verbindlich entscheidet deine Beihilfestelle. Für deinen Fall prüfe ich die geltende Fassung.

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Häufige Fragen

Das werde ich zur Beamten-PKV oft gefragt.

Muss ich als Beamter in die private Krankenversicherung?

Nein. Du kannst freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, zahlst den Beitrag dann aber allein. Einen Arbeitgeberzuschuss gibt es für Beamte nicht. Deshalb ist der private Restkostentarif für die meisten günstiger.

Wie hoch ist mein Beihilfesatz?

In den meisten Ländern 50 Prozent im aktiven Dienst, 70 Prozent ab zwei berücksichtigungsfähigen Kindern und im Ruhestand. Für Kinder gelten 80 Prozent. Hessen, Sachsen und Thüringen weichen ab (Stand 2026).

Was kostet eine PKV für Beamte?

Der Beitrag hängt von Eintrittsalter, Gesundheit, Beihilfesatz und Tarif ab. Ein 50-Prozent-Restkostentarif kostet deutlich weniger als eine Vollversicherung. Eine Pauschale nenne ich dir nicht, ich rechne dir konkrete Angebote.

Was ist die Öffnungsaktion der PKV?

Eine freiwillige Zusage teilnehmender Versicherer: Aufnahme trotz Vorerkrankung, Risikozuschlag höchstens 30 Prozent, keine Leistungsausschlüsse. Der Antrag muss innerhalb von sechs Monaten nach der ersten Verbeamtung gestellt werden.

Sollte ich die Öffnungsaktion nutzen?

Erst nach einer anonymen Risikovoranfrage. Oft gibt es eine reguläre Annahme mit besseren Leistungen und ohne den dauerhaften Zuschlag. Die Öffnungsaktion ist der Weg, wenn die reguläre Annahme scheitert.

Was ist die pauschale Beihilfe?

Statt individueller Beihilfe zahlt der Dienstherr einen Zuschuss von 50 Prozent zum Beitrag einer gesetzlichen Krankenversicherung. Zehn Länder bieten das an, Nordrhein-Westfalen bislang nicht. Die Wahl ist einmalig und unwiderruflich (Stand 2026).

Wie sichere ich meine Familie ab?

Jede Person braucht einen eigenen Restkostentarif zum jeweiligen Beihilfesatz. Für Ehe- und Lebenspartner gilt eine Einkommensgrenze, in Nordrhein-Westfalen 23.861 € im Jahr 2026. Kinder erhalten in der Regel 80 Prozent Beihilfe.

Was passiert mit meinem Beitrag im Ruhestand?

Der Beihilfesatz steigt meist auf 70 Prozent, dein Restkostentarif sinkt entsprechend auf 30 Prozent. Diese Umstellung musst du beantragen, sie passiert nicht automatisch.

Berätst du auch Beamte aus anderen Bundesländern?

Ja. Ich berate bundesweit und online. Vor dem Gespräch prüfe ich die Beihilfevorschrift deines Dienstherrn und richte die Beratung danach aus. Viele meiner Kundinnen und Kunden sind Lehrkräfte in verschiedenen Bundesländern.

Was kostet deine Beratung?

Nichts. Ich vergleiche kostenfrei und unverbindlich, auch wenn am Ende kein Vertrag zustande kommt.