ETFs für die Altersvorsorge
Ein ETF bildet einen ganzen Index ab, etwa den MSCI World mit rund 1.400 Unternehmen. So streust du breit, bei 0,1 bis 0,3 % Kosten im Jahr. Entscheidend ist aber der Topf, in dem der ETF liegt: Ein ETF-Sparplan im Depot ist Vermögensaufbau. Eine ETF-Rentenversicherung ist Altersvorsorge.
Begriff unklar? Im Glossar nachschlagenEin ETF bildet einen ganzen Markt ab, beispielsweise alle Aktien der wichtigsten Industrieländer (MSCI World) oder weltweit (FTSE All-World). Du investierst mit einem einzigen Produkt in tausende Unternehmen, und das zu einem Bruchteil der Kosten eines aktiv gemanagten Fonds.
Dieselben ETFs kannst du auf zwei Wegen besparen: im Depot oder im Versicherungsmantel. Der ETF ist gleich. Steuern, Zugriff und Schutz sind es nicht.
Zwei Töpfe, zwei Aufgaben
Vermögensaufbau
Für alles, was vor der Rente kommt: Eigenkapital, Auto, Rücklage, Auszeit. Günstig, jederzeit verfügbar, ohne Vertragsbindung.
Genau diese Verfügbarkeit ist der Haken für die Altersvorsorge: Das Depot zählt als Vermögen. Beim Grundsicherungsgeld musst du es oberhalb des Freibetrags erst einsetzen, in der Privatinsolvenz fällt es komplett in die Insolvenzmasse.
Altersvorsorge
Dieselben ETFs, aber im Versicherungsmantel. Du schichtest steuerfrei um, zahlst keine Vorabpauschale und versteuerst bei Auszahlung nur die Hälfte der Gewinne. Auf Wunsch lebenslange Rente.
Dein Geld bleibt bis zur Rente gebunden und arbeitet ungestört, statt bei jeder Krise als erste Reserve dranzukommen.
Der Sparplan baut Vermögen auf. Die Rentenversicherung sichert dein Alter. Wer beides trennt, hat beides.
Die Steuervorteile der ETF-Rentenversicherung
- Steuerfrei umschichten: Fondswechsel und Rebalancing lösen im Mantel keine Steuer aus. Im Depot kostet jeder Tausch 25 % Abgeltungsteuer plus Soli auf die Gewinne.
- Keine Vorabpauschale: Das Depot zahlt jedes Jahr Steuer auf Buchgewinne, 2026 bei einem Basiszins von 3,20 %. Im Mantel bleibt das Geld bis zur Auszahlung voll investiert.
- 12/62-Regel: Ab 62 und nach 12 Jahren Laufzeit versteuerst du nur die Hälfte der Gewinne, mit deinem persönlichen Steuersatz. Bei Aktienfonds bleiben zusätzlich 15 % steuerfrei.
- Ertragsanteil bei Rente: Bei Rentenbeginn mit 67 sind nur 17 % der Rente steuerpflichtig. Beispiel: 1.000 € Rente, davon 170 € steuerpflichtig, bei 20 % Steuersatz 34 € Steuer.
In meiner Modellrechnung spart die Versicherung über die Laufzeit rund 50.000 € Steuern gegenüber dem Depot. Die ganze Rechnung liest du im Beitrag ETF-Rentenversicherung oder ETF-Sparplan.
Warum das Depot in schweren Zeiten zuerst dran ist
Ein Depot ist frei verfügbar. Der Staat sieht das genauso: Dein Depot zählt als Vermögen. Beantragst du Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), ist seit Juli 2026 nur ein Freibetrag je Person geschützt: 5.000 € bis 30 Jahre, 10.000 € bis 40, 12.500 € bis 50 und 20.000 € ab 51. Was darüber liegt, musst du erst einsetzen. In einer Privatinsolvenz fällt das Depot komplett in die Insolvenzmasse.
Riester-, Rürup- und unwiderrufliche Betriebsrenten sind in beiden Fällen geschützt. Dein Rentengeld im Depot ist im Ernstfall zuerst weg.
Und das Timing: Solche Krisen richten sich nicht nach der Börse. Du verkaufst oft genau im Tief und machst aus einem Buchverlust einen echten. Mehr dazu unter Timing- und Liquiditätsrisiko.
Welche ETFs? Drei einfache Strategien
- 1-ETF-Portfolio: Maximal einfach, z. B. FTSE All-World
- 2-ETF-Portfolio: MSCI World + Emerging Markets, Aufteilung nach Wunsch
- Mehr-ETF-Portfolio: Mit Faktor- und Themen-ETFs für Tüftler
Die ETF-Auswahl ist heute in beiden Töpfen fast gleich. Gute Versicherer bieten die wichtigsten Welt-ETFs an.
Wo ich helfe
Ich rechne dir durch, welcher Teil deines Sparens in den Sparplan gehört und welcher in die Rentenversicherung. Dazu prüfe ich Tarife auf Effektivkosten, Rentenfaktor und Flexibilität. Und ich zeige dir die Fallen bei Brokerwahl, Sparplankosten und Steuerbescheinigung.
Häufige Fragen
Das fragen mich Kunden zu ETFs.
Sind ETFs für die Altersvorsorge sicher?
ETFs schwanken kurzfristig mit den Börsen, gelten aber über lange Zeiträume als eine der zuverlässigsten Anlageformen. Ein breit gestreuter Welt-ETF bildet tausende Unternehmen ab, fällt eines aus, fangen die anderen das auf. Über 15 Jahre und mehr hat ein global gestreutes Aktienportfolio historisch noch nie Verlust gemacht.
Wie viel sollte ich monatlich in ETFs sparen?
Als grobe Orientierung gelten rund 10–15 % deines Nettoeinkommens für die Altersvorsorge. Wichtiger als die Höhe ist aber, überhaupt regelmäßig und langfristig zu sparen, schon 50 € im Monat wachsen über Jahrzehnte deutlich. Den Betrag kannst du jederzeit anpassen.
Welche ETFs eignen sich für die Altersvorsorge?
Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich breit streuende, kostengünstige Welt-ETFs, etwa auf den MSCI World oder den FTSE All-World. Entscheidend sind niedrige laufende Kosten, eine große Streuung und die thesaurierende (wiederanlegende) Variante. Einzelaktien oder enge Themen-ETFs sind dagegen riskanter.
ETF-Sparplan im Depot oder ETF-Rentenversicherung, was passt zu mir?
Der ETF-Sparplan ist Vermögensaufbau: günstig, flexibel, jederzeit verfügbar, für alles, was vor der Rente kommt. Die ETF-Rentenversicherung ist Altersvorsorge: dieselben ETFs, aber steuerfreies Umschichten, keine Vorabpauschale, halbierte Steuer bei Auszahlung nach der 12/62-Regel und lebenslange Rente. Viele kombinieren beides.
Zählt mein ETF-Depot beim Grundsicherungsgeld als Vermögen?
Ja. Ein Depot zählt als Vermögen. Beim Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld) ist seit Juli 2026 nur ein Freibetrag je Person geschützt: 5.000 € bis 30 Jahre, 10.000 € bis 40, 12.500 € bis 50 und 20.000 € ab 51. Was darüber liegt, musst du erst einsetzen. In der Privatinsolvenz fällt das Depot komplett in die Insolvenzmasse. Riester-, Rürup- und unwiderrufliche Betriebsrenten sind in beiden Fällen geschützt.
Wie werden Gewinne aus ETFs versteuert?
Im Depot fallen auf Kursgewinne und Ausschüttungen 25 % Abgeltungsteuer plus Soli (und ggf. Kirchensteuer) an, wobei ein Teil der Erträge über die Teilfreistellung steuerfrei bleibt. Zusätzlich gibt es einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person. Im Versicherungsmantel wird die Steuer erst bei Auszahlung fällig, oft zu günstigeren Konditionen.
Was passiert mit meinen ETFs bei einem Börsencrash kurz vor der Rente?
Deshalb gilt: je näher die Auszahlung rückt, desto stärker sollte das Risiko reduziert werden, etwa indem man Schritt für Schritt vom Aktien-ETF in schwankungsärmere Anlagen umschichtet. So bist du nicht gezwungen, in einem Tief zu verkaufen. Diesen Übergang planen wir rechtzeitig gemeinsam.
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